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Der Begriff Lebensgemeinschaft bezeichnet die Tatsache, dass sich meist zwei, manchmal auch mehr Personen zusammentun, um gemeinsam zu leben (Koresidenz). Darüber hinaus umfasst eine Lebensgemeinschaft meist eine wirtschaftliche Gemeinschaft, oft auch eine sexuelle Gemeinschaft.

Es wird generell unterschieden zwischen den öffentlich angemeldeten Lebensgemeinschaften Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft sowie nicht angemeldeten Lebensgemeinschaften wie Lebensabschnittspartnerschaft (früher „Wilde Ehe“) und Wohngemeinschaft.

Ehe Bearbeiten

Die Ehe ist die weltweit am weitesten verbreitete Lebensgemeinschaft. Sie ist in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass sie durch einen offiziellen Vertrag und durch den Staat oder eine Religionsgemeinschaft öffentlich (vor Zeugen) geschlossen wird. Das gegenwärtige Recht Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und der meisten anderen Staaten ermöglicht nur Ehen zwischen einer Frau und einem Mann. Die Zulässigkeit gleichgeschlechtlicher Ehen wird rechtspolitisch diskutiert. Umgesetzt wurde sie beispielsweise im Eherecht der Niederlande.

Im deutschen Eherecht ist seit 1900 die Bezeichnung als „Lebensgemeinschaft“ bereits in der Grundnorm zur Ehe, nämlich in § 1353 BGB, enthalten. Dort heißt es: „Die Ehegatten sind einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet.“

Eingetragene Lebenspartnerschaften Bearbeiten

Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist im deutschen Recht die von einer Behörde beurkundete Verbindung eines gleichgeschlechtlichen Paares mit gesetzlich geregelten Rechtsfolgen. Sie ist ebenfalls dadurch gekennzeichnet, dass sie durch einen offiziellen Vertrag und durch den Staat geschlossen wird. In manchen evangelischen Landeskirchen sowie einzelnen Freikirchen (wie z. B. die Metropolitan Community Church) wird sie auch gesegnet. Im deutschen Lebenspartnerschaftsrecht ist seit 2001 die Bezeichnung als „Lebensgemeinschaft“ bereits in der Grundnorm zur Lebenspartnerschaft, nämlich in § 2 LPartG, enthalten. Dort heißt es: „Die Lebenspartner sind einander zu Fürsorge und Unterstützung sowie zur gemeinsamen Lebensgestaltung verpflichtet. Sie tragen füreinander Verantwortung.“

Nichteheliche Lebensgemeinschaften Bearbeiten

Die sog. „nichteheliche (auch: konsensuale) Lebensgemeinschaft“, neuerdings auch Partnerhaushalt genannt (um sich nicht von der „Normalform“ Ehe her definieren zu müssen), ist eine Lebensgemeinschaft eines Paares, die (nur) auf einer privaten Übereinkunft beruht. Mann und Frau oder Frau und Frau oder Mann und Mann leben zusammen, ohne dass eine Heiratszeremonie durchgeführt wurde. Bei verfestigten heterosexuellen Lebensgemeinschaften spricht die Rechtsprechung von eheähnlichen Gemeinschaften, bei gleichgeschlechtlichen von partnerschaftsähnlichen Gemeinschaften. An den mutmaßlichen Willen, auf Dauer füreinander einstehen zu wollen, knüpfen in Deutschland einige Sozialgesetze die Folge, dass die Partner so behandelt werden, als ob sie einander Unterhalt leisten würden, unabhängig davon, ob das tatsächlich geschieht und ungeachtet dessen, dass sie dazu rechtlich nicht verpflichtet sind.

In einigen europäischen Ländern haben nichteheliche Partnerschaften umfangreichere vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten als in Deutschland, und an die Partnerschaft knüpfen sich nicht nur Pflichten sondern auch Rechte.

Im Gegensatz zur Ehe kommt eine konsensuale nichteheliche Lebensgemeinschaft ohne einen öffentlich bezeugten Kontrakt aus. Sie beruht allein auf privaten gegenseitigen Willenserklärungen der Beteiligten, die jederzeit aufkündbar sind. Wegen dieses informellen Charakters gibt es von einem Teil der Betroffenen auch Einwände gegen die Versuche, nichtehelichen Lebensgemeinschaften einen rechtlichen Rahmen zu geben, mit der Begründung, dass Staat und Gesellschaft nicht auf persönliche Beziehungen Einfluss nehmen sollten.

Große Lebensgemeinschaften Bearbeiten

Größere Lebensgemeinschaften zeichnen sich dadurch aus, dass mehrere Personen gemeinsam leben, beispielsweise in WGs oder Wohnprojekten. Häufig kommt dazu eine gemeinsame politische, ökologische, ethische, religiöse, spirituelle Grundüberzeugung der Beteiligten, die sie durch ihr Zusammenleben praktisch umzusetzen versuchen.

Bekannte große Lebensgemeinschaften in Deutschland sind z.B. das Ökodorf Sieben Linden in Sachsen-Anhalt und die Kommune Niederkaufungen in Hessen.

Allgemeine Begriffe dazu:

Literatur Bearbeiten

  • Horst Herrmann: Liebesbeziehungen – Lebensentwürfe. Eine Soziologie der Partnerschaft. Münster 2002. ISBN 3-933060-03-6

Weblinks Bearbeiten


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Lebensgemeinschaft“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 22. März 2007 (Permanentlink) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.